Margret und Rolf Rettich-Schule

5. Förderkonzept

Fördermaßnahmen gemäß RdErl. D. MK vom 21.07.05, Z. 3.1, Z. 3.3. und Z. 3.5.
Fördermaßnahmen nach Förderkonzept gem. RdErl. D. MK vom 04.10.05, Z. 3


1. Allgemeine Aussagen

Die Lernmöglichkeiten und der Lernstand unserer Schüler werden durch gezielte Beobachtung und Testverfahren zur Erkennung von Lernvoraussetzungen und Lernfortschritten ermittelt. Auf das Erkennen von Teilleistungsschwächen wird dabei besonderes Augenmerk gerichtet.
Förderunterricht sehen wir als Möglichkeit,
· nicht verstandene Inhalte aufzuarbeiten,
· zusätzliche Übungszeit anzubieten,
· Lernprobleme durch individuelle Förderung zu beheben und
· bestimmte Arbeitstechniken bzw. Ordnungsrahmen zu trainieren.

Wenn schwerwiegende Defizite vorliegen, müssen ggf. außerschulische Fachleute (z.B. Logopäden, Psychosomatiker, Psychologen, etc.) hinzugezogen werden, wobei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und Fachkraft am effektivsten und daher anzustreben ist.


2. Fördermaßnahmen

2.1 Vorschulische Sprachförderung

Die vorschulische Sprachförderung ist ursprünglich gedacht für Kinder mit Migrationhintergrund, die Deutsch als Zweitsprache sprechen.
Seit der Auflösung des Asylantenheims in Vordorf ist der Anteil dieser Kinder recht gering. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Zahl der Kinder, die trotz Muttersprache Deutsch grammatikalische, artikulatorische Probleme oder Sprachhemmungen haben oder aber nicht über einen altersgerechten Wortschatz verfügen, größer geworden ist. Damit auch diese Kinder erfolgreich am Unterricht der 1. Klasse teilnehmen können, werden auch sie im Rahmen der vorschulischen Förderung berücksichtigt.

Der vorschulische Sprachförderunterricht findet in den Räumen der Schülerbücherei in unserem Gebäude statt, wo auch die geeigneten Unterrichtsmaterialien bereitliegen.
Die Kinder aus dem benachbarten Vordorfer Kindergarten werden von der Lehrkraft in die Schule geholt. Kinder aus Eickhorst und Rethen werden im Kindergarten Rethen unterrichtet. Die Kinder und die überwiegende Zahl der Eltern nehmen diesen Unterricht sehr ernst, sicher nicht zuletzt deshalb, weil er in den Räumen der Schule stattfindet bzw. von Lehrkräften erteilt wird.
Erstrebenswert, aber stundenplantechnisch nicht immer umsetzbar ist es, die Sprachförderstunden am Anfang oder am Ende des Kindergartentages zu positionieren, damit die Kinder nicht aus laufenden Gruppenaktivitäten herausgenommen werden müssen.
Im Sprachförderunterricht werden u.a. Lernsituationen angeboten, in denen die Kinder animiert werden, sprachlich aktiv zu sein und zu interagieren.
In Kleingruppen werden 2 bis max. 5 Kinder unterrichtet.
Bei den Eltern zeigt diese Fördermaßnahme eine positive Resonanz, was daran zu erkennen ist, dass die betreffenden Kinder kaum fehlen und die Eltern Gesprächsbereitschaft und Informationsbedürfnis zeigen.
Der Erfolg dieser Maßnahme wird dadurch offenbar, dass die überwiegende Anzahl der betroffenen Kinder erfolgreich am Anfangsunterricht teilnehmen kann und sprachliche Probleme weitgehend behoben sind.
Kindern, deren Probleme bei Schuleintritt weiterhin existieren, wird im Regelfall der Besuch eines Logopäden angeraten. Zusätzlich findet schulische Förderung im Rahmen der Deutsch- bzw. Mathematikförderstunden in Klasse 1 statt.


2.2 Förderung in der Eingangsphase 1. Klasse

Die Schülerinnen und Schüler kommen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Vorkenntnissen und Fähigkeiten in die Schule.
Zur Feststellung der Lernausgangslage dienen die amtsärztlichen Eingangsuntersuchungen, die Aufnahmegespräche mit Eltern und Kind, ggf. Beobachtungen im Sprachförderunterricht vor der Einschulung sowie Gespräche mit den Erzieherinnen der abgebenden Kindergärten.
Nach der Einschulung erfolgt die Diagnose mittels gezielter Beobachtung, die die Lehrkräfte, zeitweise auch im Teamteaching, während des Unterrichts anstellen und schriftlich fixieren. In der ca. 8-wöchigen Eingangsphase und durch gezielte individuelle kompensatorische Maßnahmen sollen die Lernvoraussetzungen geschaffen werden, die nötig sind, um in den Lehrgängen LESEN; SCHREIBEN und RECHNEN erfolgreich mitarbeiten zu können.


2.3 Förderunterricht für die Klassen 2 bis 4

Als Diagnosegrundlage dienen die Ergebnisse der Lernstandsüberprüfungen bzw. der Lernzielkontrollen in den Fächern Mathematik und Deutsch.
Schülerinnen und Schüler, deren Leistungen in diesen Fächern nicht ausreichend sind, erhalten eine gezielte Förderung in klasseninternen Kleingruppen, um an den Lernstand der Klasse herangeführt zu werden.
Hier, wie auch im Klassenunterricht, kann eine Differenzierung u.a. auch mit Hilfe spezieller Lernsoftware durchgeführt werden, da jede Klasse mit Computern, die außerdem Internetanschluss haben, ausgerüstet ist.


2.4 Förderung des Sozialverhaltens

Immer mehr Schülerinnen und Schüler durchleben eine schwierige, veränderte Kindheit mit unkontrolliertem Medienkonsum, Trennungstraumata durch Scheidung und teils instabile Familienverhältnisse, emotionaler Verwahrlosung oder auch Überprotektion.
Sich in den sozialen Rahmen des Klassen- und Schullebens mit großen Gruppen problemlos einzufügen, ist für diese Kinder oft schwierig. Die Folge sind Konflikte mit Mitschülern und Lehrern und Störungen des Unterrichts.
Daher wird an unserer Schule zur Gewaltprävention mit dem Programm „Faustlos" gearbeitet. Die Verantwortung für die Durchführung liegt in der Regel beim Klassenlehrer.
Im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern hat sich gezeigt, dass die Überschaubarkeit unserer Schule mit ca. 150 -160 Schülern einen großen Vorteil bietet.
Die Lehrkräfte kennen alle Schüler und können bei Auffälligkeiten mit denselben Konsequenzen reagieren, da durch kurze Informationswege schnell ein Konsens über die Reaktions- uns Vorgehensweise hergestellt ist. Außerdem ist den Lehrern der soziokulturelle Hintergrund der jeweiligen Schüler bekannt, sodass angemessen, auch im Sinne der eventuell involvierten Fachleute, reagiert werden kann.


2.5 Sportförderunterricht

Die Zahl der Kinder, die mit z.T. erheblichen motorischen Defiziten in die Schule kommen, nimmt stetig zu.
Diese Schwächen - sowohl in der Grob- als auch in der Feinmotorik - wirken sich negativ auf die beim schulischen Lernen und Arbeiten gestellten Anforderungen aus.
Die den Fördersport unterrichtende Lehrkraft führt zu Beginn des Schuljahres gezielte Beobachtungen der motorischen Fähigkeiten der Schüler in Kleingruppen durch. In Absprache mit dem Sportlehrer der Klasse trifft er die Entscheidung darüber, welche Kinder (mit Einverständniserklärung der Eltern) am Sportförderunterricht teilnehmen sollen.
Dieser Unterricht wird z. Zt. Klassenstufen übergreifend mit einer Wochenstunde in Gruppen mit maximal 12 Schülern durchgeführt.


2.6 Förderung im Lernbereich LESEN

Zur Förderung der Freude am Umgang mit Büchern und der Lesekompetenz unserer Schüler werden folgende unterrichtsbegleitende Maßnahmen und Aktionen durchgeführt:
· Lesekinder: Kinder aus den 4. Klassen besuchen die Kindergärten und lesen dort vor. Das ist Ansporn sowohl der Vorschulkinder als auch der Grundschüler.
· Leseeltern: Einzelne Eltern kommen zeitweise mit in den Unterricht, um entweder selbst vorzulesen oder aber mit wenigen Schülern unterrichts-begleitend Leseübungen durchzuführen.
· Lesekönige: Im Rahmen eines schulinternen Vorlesewettbewerbs werden in den Klassen 3 und 4 die besten Vorleser (Lesekönige, Leseköniginnen) ermittelt und mit einem Buchpreis geehrt.
· Autorentage: Alle Schulen des „Papenteiches" laden in jedem Herbst etwa 6 bis 8 Kinder- und Jugendbuchautoren ein, die die Schulen besuchen und den Schülern und Schülerinnen ihre Bücher vorstellen. Gleichzeitig berichten sie von ihrer Arbeit als Autor und / oder Illustrator. Die persönlichen Kontakte zu den Autoren sind besonders wertvoll, da auch bei Kindern, die in einer bücherfernen Umgebung aufwachsen, der Wunsch nach einem eigenen Buch geweckt wird. Auch intensive Briefkontakte zu Autoren entstehen gelegentlich, wodurch sich willkommene Schreibanlässe ergeben.
· Arbeitsgemeinschaften: Die AGs in den 3. und 4. Klassen machen immer wieder Angebote zum Thema LESEN : „Bücher lesen und gestalten", „Plattdeutsch", „Märchen", etc.
· Antolin: Alle Deutschlehrer arbeiten zurzeit mit dem über das Internet zugänglichen Antolin-Programm. Die Kinder beantworten Fragen zu Büchern, die sie gelesen haben und werden für richtige Antworten mit Punkten belohnt.
· Ehepaar Rettich: Die Namensgeber unserer Schule, Margret und Rolf Rettich, besuchen die Schule und lesen den Schülern vor. Dies geschieht beispielsweise bei der Einschulungsfeier. Da die Schüler sowohl von den beiden Autoren als auch von ihren Geschichten sehr begeistert sind, ist das Thema LESEN bei den Kindern positiv besetzt.